Nozizeptiver Schmerz

Dieser Schmerz geht vom Zielgewebe aus. Er tritt auf, wenn Nervenendigungen welche für die Schmerzweiterleitung zuständig sind, aktiviert werden (z.B. Bei einer Verletzung). Dieser Schmerz ist in der Regel leicht reproduzierbar. Diesem Schmerz ist ein konkreter Auslöser im Gewebe zuordenbar. Er ist relativ leicht reproduzierbar und zeigt ein klares „on/off“- verhalten. Mit Zunahme des Schmerzauslösenden Reizes wird er stärker und umgekehrt.


Schmerzgedächtnis

Großer Schaden - großer Schmerz -

Kleiner Schaden - kleiner Schmerz?
 
Nicht immer.
 
Oftmals kommt es im zentralen Nervensystem zu einer Hemmung oder Verstärkung der eingehenden Schmerzinformationen. Dies kann verschiedene Ursachen haben:
Schmerzerlebnisse in der Vergangenheit, aktuell belastende Situationen, oder auch schmerzüberlagernde Eindrücke können das Schmerzempfinden beeinflussen.

So kann es vorkommen, dass Schmerzen auftreten, oder bestehen bleiben, obwohl das betreffende Gewebe eigentlich längst ausgeheilt ist.

Schmerztherapie

Wir bieten wir Ihnen in Abhängigkeit des Schmerzmechanismus, gerne auch in Absprache mit ihrem behandelnden Arzt, eine auf Ihre Bedürfnisse zugeschnittene Schmerzbehandlung an. Wir machen uns dabei verschiedene Schmerzbewältigungsmechanismen zunutze. Folgende Behandlungsverfahren kommen in unserer Praxis zum Einsatz:

  • Krankengymnastik, auch gerätegestützt
  • Manuelle Therapie, inklusive myofascialer Triggerpunkttherapie
  • Klassische Massagetherapie
  • Spiegeltherapie im Rahmen von KG
  • Elektrotherapie/Ultraschallbehandlung
  • Wärme- und Kälteanwendung

sowie als reine Privatleistung:

  • Stoßwellentherapie
  • Kinesiotape

Neurogener Schmerz

 Bei diesem Mechanismus geht der Schmerz direkt vom Schmerz leitenden Nerv aus (z.B. bei einer Trigeminusneuralgie oder Nervenwurzel-reizung). Diese Art von Schmerz hat ein weniger klares „on/off“ –Verhalten. Der Schmerz kann noch vor Beendigung der Schmerzprovokation nachlassen, für die Dauer der Provokation anhalten oder auch noch nach dem Reiz anhalten.

Buchtips

 

Für weitere, tief in die Materie gehende Informationen habe ich ein paar Buchempfehlungen.

David Butler/Mosley:
Schmerzen verstehen
David Butler:
The sensitive nervous system
Harry v. Piekartz:
Kraniofaziale Dysfunktionen und Schmerzen
Harry v. Piekartz:
Kiefer-, Gesichts- und Zervikalregion
 
Schauen Sie auch auf unsere Internetempfehlungen bei „Links“ 

Spiegeltherapie

Ein amputiertes Körperteil, chronischer Schmerz oder auch ein Schlaganfall kann das Körperschema im Gehirn negativ beeinträchtigen. Dies hat Funktionsein-schränkungen oder auch eine Beibehaltung von Schmerzzuständen zur Folge.

Die Spiegeltherapie ist ein relativ neues Therapieverfahren zur Behandlung bestimmter neurologischer, und neuroorthopädischer Krankheits-bilder. Hierbei wird mit Hilfes eines Spiegels eine Illusion geschaffen, das betroffene Körperteil sei gesund. Diese Information wird von Teilen des Gehirns derart verabeitet, dass die Representation des entsprechenden Körperteils im Gehirn normalisiert wird. Dies führt zu einer Schmerzlinderung sowie zu einer Funktionsverbesserung. Die Behandlung ist komplex und sollte unter Anleitung qualifizierter Therapeuten durchgeführt werden.

Zur Anwendung kommt die Spiegeltherapie bei:

  • Schlaganfall
  • Amputation
  • CRPS  (komplexes regionales Schmerzsyndrom, syn. Reflexdystrophie,  früher M. Sudeck)
Die Spiegeltherapie ist kein Allheilmittel. Sie ist ein modernes Behandlungsfahren welches  bei enstprechender Indikation gute bis sehr gute Erfolge  verspricht.

Zentraler Schmerz

 

In diesem Zusammenhang sprechen wir auch von einer zentralen Sensibilisierung. Das heißt, im zentralen Nervensystem (Gehirn/ Rückenmark ZNS), werden Schmerzreize gespeichert oder sogar verstärkt und führen zu schlecht berechenbaren Schmerz-phänomenen.
Dieser Mechanismus kann sogar durch Sen- dung unterschiedlicher Überträgersubstanzen innerhalb schmerzleitender Nerven zu entzündlichen Veränderungen im Zielgewebe führen.